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„Lichtblick” Januar - Februar
„.. und seid dankbar“ Kolosser 3, 15
Liebe Brüder und Schwestern, liebe Freunde der Freien Christengemeinde Kronach,
„Wird der Strom für den Backofen bald teurer sein, als die Pizza selbst ?“ war gerade in unserer Tageszeitung zu lesen und zitiert wurde eine Hausfrau, die sich ernste Sorgen darüber machte, daß vermutlich „am Ende des Haushalts- geldes noch soviel Monat übrig bleibt“.
Die Sorgen der Menschen werden also auch in unserem neuen Jahr 2012 nicht kleiner werden und die Tatsache, daß – da ein „Schaltjahr“ – uns sogar ein zusätzlicher Tag für unsere vielfältigen Aufgaben zur Verfügung steht, wird das nicht wesentlich verändern.
Übermäßige Sorge macht Angst und diese vertreibt letztlich auch den Frieden, nach dem wir uns doch alle so sehr sehnen ! Etwas in diesen Gedanken ver- sunken, fällt mein Blick fast zufällig auf die neueste Ausgaben unserer Missions- nachrichten aus Velbert.
Auf den ersten Seiten berichtet die Missionarsfamilie Leiner von ihrem Alltag unter den Menschen Indonesiens : das Volk der Kubu zum Beispiel wäscht sich nie, weil sie fürchten, daß Wasser den Zauber des „Unsichtbarseins“ von Ihnen nehmen würde. Nur ein Beispiel für den vielfältigen Aberglauben und die damit verbundenen tiefen Ängste, mit dem die Leiner’s täglich konfrontiert werden.
Rick erzählt, daß ihn vor kurzem die Nachbarn baten, den wunderschönen Bambus abzusägen, weil darin angeblich Dämonen hausen. Auch sollte seine Frau nach der Dämmerung das Haus nicht mehr ausfegen, denn das würde ja die Geister beleidigen, die sich zur Zeit des Abendgebetes „Magrib“ besonders zahlreich in Wohngebieten aufhalten würden.
Sorgen, Angst und Unfrieden sind keine Begleiterscheinungen des 20. und 21. Jahr- hunderts, denn bereits vor 2000 Jahren schreibt der Apostel Paulus an die Gemeinde in Kollossä, einer Stadt in der heutigen Türkei : “und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen;“
Für den Gottesmann Paulus steht außer Zweifel, daß es Frieden nur von und durch den geben kann, der selbst ein Leben ohne Gewaltanwendung gelehrt und gelebt hat und sich sogar für die Rettung seiner Feinde an’s Kreuz schlagen ließ : Jesus Christus. Paulus geht sogar so weit, daß er diesen Frieden als Berufung derer ansieht, die Jesus nachfolgen und sie deshalb auch die Aufgabe und Vollmacht haben, diesen Frieden in ihren Herzen regieren zu lassen !
Am Ende des Verses, fast ganz nebenbei gibt uns Paulus dann noch einen überaus wichtigen Tip mit auf den Weg : „und seid dankbar“.
Und genau dazu passt ein anderer Bericht der Missionsnachrichten, die Geschichte des heute 16-jährigen Chikondi aus Malawi : Den Vater kennt er nicht, die Mutter gilt als „verschollen“ in Mosambik. Der Junge wächst gemeinsam mit den Kindern und Enkelkindern der Großmutter auf, als Außenseiter kommt er bei der Essens- verteilung stets als letzter dran. Als eine Hungersnot durch das Land geht, wird er – noch keine zehn Jahre alt – einfach weggeschickt : ein hungriger Mund weniger zu stopfen für die gestresste Familie ! In einem Dorfrestaurant wird er Wasserträger und Müllarbeiter und bekommt dafür die Erlaubnis, einmal am Tag die Essenreste aufzusammeln, die er hastig hinunterschlingt.
Die örtliche Gemeinde um Pastor Ulf Strohbehn findet den Jungen und vermittelt eine Patenschaft zu einer finnischen Familie. Schwierige Jahre folgen, oft klagt der Schuldirektor über Chikondi’s Prügeleien und Verhaltensauffälligkeiten. Immer wieder sucht Pastor Strohbehn das Gespräch, erzählt ihm von Jesus und eines Tages kommt die freimachende Botschaft des Evangeliums in Chikondi’s Leben. Heute ist er ein stattlicher junger Mann, besucht die 9. Klasse einer weiterführenden Schule – und ein dankbarer Christ geworden !
Denken wir in den kommenden Wochen und Monaten immer wieder daran, daß wir trotz aller Alltagsprobleme nicht am Ende der Nahrungskette sondern auf der Sonnenseite dieser Erde stehen : „und seid dankbar !“.
Ein gesegnetes neues Jahr 2012 wünscht Dir Dein Bruder,
Helmut Schlicht Gemeindeleiter der FCG Kronach
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